Compass Pflegeberatung

Pflegezeit und Familienpflegezeit

Wenn Pflegeaufgaben zu beruflichen Anforderungen hinzukommen, ist dies eine besondere Herausforderung. Um berufstätige Pflegende zu unterstützen, hat der Gesetzgeber verschiedene Regelungen auf den Weg gebracht:

  • 10 Tage Auszeit

Sie können eine Auszeit von bis zu 10 Tagen nehmen, um ein Familienmitglied (z.B. (Schwieger)Eltern, Großeltern, Kinder, Geschwister) in einer nicht planbaren Pflegesituation zu versorgen. Sie erhalten in dieser Zeit ein Pflegeunterstützungsgeld in Höhe von ca. 90 Prozent Ihres Nettolohns, um den Lohnausfall auszugleichen.

  • Pflegezeit

Sie können eine Auszeit (ganz oder Teilzeit) von bis zu 6 Monaten nehmen, um ein Familienmitglied zu Hause zu pflegen. Die Pflegezeit müssen Sie Ihrem Arbeitgeber 10 Tage vorher schriftlich mitteilen. Einen Anspruch auf Pflegezeit haben Angestellte in Unternehmen, die mehr als 15 Mitarbeiter haben. Beschäftigte, die nach dem Pflegezeitgesetz eine Auszeit nehmen, haben Anspruch auf Förderung durch ein zinsloses Bundesdarlehen.

  • Familienpflegezeit

Die Familienpflegezeit können Beschäftigte in Anspruch nehmen, die in einem Unternehmen mit mehr als 25 Mitarbeitern arbeiten. Sie können für längstens 2 Jahre Ihre Arbeitszeit auf bis zu 15 Stunden pro Woche reduzieren. Der Verdienstausfall kann teilweise durch ein zinsloses Bundesdarlehen aufgefangen werden.

Beispiel:
Sie arbeiten während der Familienpflegezeit 1 Jahr statt wie bislang zu 100 Prozent nur zu 50 Prozent. In dieser Zeit erhalten Sie jedoch 75 Prozent Ihres bisherigen Lohns. Nach der Familienpflegezeit sind Sie wieder Vollzeit tätig, erhalten jedoch für ein weiteres Jahr 75 Prozent Ihres Vollzeitlohns.

Wichtig:
Die Pflegezeit und die Familienpflegezeit können Sie miteinander kombinieren. Beide Zeiträume müssen aber direkt aneinander anschließen. Insgesamt darf dieser Zeitraum nicht länger als 24 Monate dauern.

  • Begleitung am Lebensende

Sie möchten ein Familienmitglied in der letzten Lebensphase zu Hause oder in einem Hospiz begleiten und für ihn da sein. Dann können Sie sich ebenfalls für bis zu drei Monate von der Arbeit freistellen lassen. Ihr Arbeitgeber muss jedoch mehr als 15 Mitarbeiter beschäftigen, damit Sie Rechtsanspruch hierauf haben. Ist dies nicht der Fall, kann der Arbeitgeber diese Freistellung verweigern. Zur Finanzierung können Sie ein zinsloses Bundesdarlehen beantragen.