Demenz betrifft uns alle – Warum Aufklärung und Beratung so wichtig sind
Der 21. September ist jährlich der offizielle Welt-Alzheimertag. Diesen Tag nehmen viele Organisationen zum Anlass, um global auf Demenz aufmerksam zu machen. Aber wie relevant ist das Thema Demenz im Alltag bei uns in Deutschland?

Rund 1,8 Millionen Menschen in Deutschland leben mit Demenz. Die Zahl steigt. Wie relevant das Thema gesellschaftlich ist, was Betroffene und ihr Umfeld wissen müssen und wo sie Unterstützung finden, haben wir für Sie zusammengestellt.
Was steckt eigentlich hinter einer Demenzdiagnose?
Unter dem Begriff Demenz werden verschiedene Krankheitsbilder zusammengefasst, darunter die Alzheimer-Krankheit, vaskuläre Demenzen sowie die Lewy-Körperchen-Krankheit und frontotemporale Degenerationen – jede mit eigenen Symptomen und Verläufen.
Die Vielfalt macht eine individuelle Betrachtung jeder Erkrankungssituation unerlässlich.
Alexander Andrzejczak, Pflegeberater im Team Saarland bei compass
Nicht jede Gedächtnisstörung ist gleich eine Demenz. Von einer Demenz wird erst dann gesprochen, wenn kognitive Einschränkungen – etwa in Gedächtnis, Sprache, Orientierung oder räumlicher Wahrnehmung – so stark ausgeprägt sind, dass sie den Alltag der betroffenen Person dauerhaft beeinträchtigen. Damit unterscheidet sich die Erkrankung klar von altersbedingten Gedächtnisschwächen, die zunächst keine medizinische Bedeutung haben müssen.
Warum ist Demenz ein gesellschaftliches Thema?
Die gesellschaftliche Relevanz der Erkrankung ist erheblich. Mit zunehmendem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit, an Demenz zu erkranken, deutlich an. Laut der Deutschen Alzheimer Gesellschaft ist von den 60-Jährigen zwar nur jede*r Hundertste betroffen, von den 80-Jährigen dagegen schon jeder Achte, und von den über 90-Jährigen mehr als jede*r Dritte. Jedes Jahr steigt die Gesamtzahl um bis zu 40.000.
Weil die Lebenserwartung weiter steigt und geburtenstarke Jahrgänge das höhere Alter erreichen, vermutet die Alzheimer Gesellschaft, dass die Zahl der Betroffenen in Deutschland bis zum Jahr 2050 auf insgesamt bis zu 2,7 Millionen wächst. Von den derzeitig insgesamt rund 1,8 Millionen Menschen mit einer Demenzerkrankung sind mehr als 100.000 jünger als 65 Jahre. Sie zählen damit zu den jung Erkrankten – so heißt es in einleitenden Sätzen des Projekts JaDe, das unter anderem durch Vernetzung, Aktivitäten und die Bereitstellung von Wissen Unterstützung für Betroffene und Angehörige bietet.
„Eine Demenz trifft nie nur die erkrankte Person selbst. Sie verändert das gesamte soziale Umfeld: Familien, Freundeskreise, Nachbarschaften und Arbeitskolleg*innen sind unmittelbar mitbetroffen. An- und Zugehörige müssen zunehmend Aufgaben und Verantwortung übernehmen, eigene soziale Kontakte leiden häufig, und nicht selten bleibt kaum Zeit für die eigene Gesundheit“, so compass-Pflegeberater Alexander Andrzejczak. „Ich empfehle daher immer, frühzeitig Unterstützung in Anspruch zu nehmen – bevor Sie als pflegende An- oder Zugehörige an Ihre Grenzen geraten.“
Welche Unterstützung bietet die Pflegeversicherung bei Demenz?
Nicht jede Demenzerkrankung geht unmittelbar mit einem Pflegebedarf einher. Im Verlauf der Erkrankung nehmen der Unterstützungsbedarf und die Pflegebedürftigkeit jedoch in der Regel zu – von stundenweiser Betreuung bis hin zu umfassender Rundumversorgung.
Menschen mit Demenz, die dauerhaft auf Betreuung und Pflege angewiesen sind, können Leistungen der Pflegeversicherung in Anspruch nehmen. Das Angebot ist breit: Neben ambulanten Pflegediensten stehen Betreuungsgruppen – wie Demenz-Cafés –, Tages- und Nachtpflegeangebote sowie Kurzzeit- und Verhinderungspflege zur Verfügung. Auch Schulungskurse für Angehörige werden angeboten und sind in der Regel kostenfrei.
Wo finden Betroffene und Angehörige die richtigen Anlaufstellen?
Da jede Demenzsituation einzigartig ist – beeinflusst durch Persönlichkeit, Konstitution, familiäres Umfeld und die lokale Infrastruktur vor Ort –, lassen sich allgemeine Handlungsempfehlungen nur bedingt geben. Entscheidend ist eine individuelle Beratung. compass-Pflegeberater Alexander Andrzejczak kennt folgende Tipps: „Als erste Orientierung eignen sich das Pflege Service Portal pflegeberatung.de sowie das Angebot der Deutschen Alzheimer Gesellschaft, die bundesweit über mehr als 130 regionale Alzheimer-Gesellschaften und das kostenfreie Alzheimer-Telefon (030 – 259 37 95 14) erreichbar ist.“

Wer Leistungen aus der Pflegeversicherung erhält beziehungsweise pflegeversichert ist, hat einen gesetzlichen Anspruch auf Pflegeberatung. compass bietet diese Beratung bundesweit, kostenfrei und unabhängig an. Unsere Berater*innen kennen sich bestens aus. Sie unterstützen Sie dabei, genau zu Ihrem Bedarf passende Angebote und Leistungen zu ermitteln und bei Bedarf einen Versorgungsplan zu erstellen.

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