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Unsere Beratung hilft, pflegebedürftige Kinder bestmöglich zu fördern

Rund 5 % aller Menschen in Deutschland, die einen Pflegegrad haben, sind laut Pflege-Report 2019 Kinder und Jugendliche. Demzufolge gibt es hierzulande circa 160.000 Kinder, die im Sinne des Sozialgesetzbuches XI pflegebedürftig sind. Fast alle pflegebedürftigen Kinder leben zu Hause. Unsere Pflegeberaterin Tanja Steiner ist examinierte Kinderkrankenschwester. Sie berichtet von ihren Erfahrungen mit Pflegeberatungen in Familien pflegebedürftiger Kinder.

Wie unterscheidet sich die Pflegeberatung bei Familien pflegebedürftiger Kinder von Pflegeberatungen bei Menschen mit geriatrischen Erkrankungen?

Die ganze Situation ist eine andere. Bei Kindern und Jugendlichen ist die Pflege und damit auch die Beratung weit in die Zukunft gerichtet. Es geht um die Förderung der Kinder, um ihnen ein möglichst selbstständiges Leben zu ermöglichen. Bei älteren Menschen geht es häufig darum, die bestehende Situation so gut wie möglich zu gestalten und Selbstbestimmtheit bestmöglich zu erhalten.

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Kinder und Jugendliche durch Pflegeberatung bestmöglich fördern

Datum: 06.07.2020   Auflösung: 2048*1152px  

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Sind die Themen in der Beratung auch andere als bei älteren Menschen?

Ja, denn die Krankheitsbilder unterscheiden sich bei Kindern und Jugendlichen doch stark von denen älterer Menschen und werfen damit vielfältige Fragen auf. Bei Kindern habe ich die ganze Bandbreite an Erkrankungen von leichten Behinderungen zu Anomalien oder Trisomien. Hinzu kommen Unfälle und onkologische Erkrankungen, die erst im Verlauf des Lebens zu Pflegebedürftigkeit führen. Bei älteren Menschen geht es in der Beratung oft um Demenzerkrankungen oder um Mehrfacherkrankungen bedingt durch das Alter.

Wie wirken sich die unterschiedlichen Krankheitsbilder auf die Pflegeberatung aus?

Von der Krankheit hängt ab, in welche thematische Richtung es in der Beratung geht: Sind medizinische Hilfen erforderlich oder geht es um Leistungen der Kinder- und Jugendhilfe oder Hilfsmittel. Das Spektrum ist vielfältig. Vor einem Beratungstermin mache ich mir immer ein Bild von der Krankheit, um die Situation einschätzen zu können – vor allem, wenn ich auf eine Begutachtung vorbereite. Das hilft mir auch die Eltern zu sensibilisieren und darauf vorzubereiten, was noch kommen wird.

Was sich durch alle Beratungen und Altersgruppen zieht, ist, wie man das Kind bestmöglich fördern und möglichst normal aufwachsen lassen kann.

Gibt es klassische Anliegen, die die Familien mitbringen?

Was sich durch alle Beratungen und Altersgruppen zieht, ist, wie man das Kind bestmöglich fördern und möglichst normal aufwachsen lassen kann. Das beschäftigt die Eltern. Interessant ist dann, was ihnen im Hilfesystem zur Verfügung steht und was sie selbst für ihr Kind tun können. Klassische Beratungsanlässe sind dann häufig die Umbruchsphasen, zum Beispiel der Wechsel in den Kindergarten oder die Schule. Familien, deren Säugling pflegebedürftig ist, benötigen oft Unterstützung dabei, wie sie einen Pflegegrad bekommen können.

Würden Sie sagen, dass die Leute an diesen Umbruchsstellen gezielt Pflegeberatung in Anspruch nehmen?

Eltern vernetzen sich sehr schnell in Elterngruppen und Initiativen und erfahren dort von der Möglichkeit, Pflegeberatung in Anspruch zu nehmen. Häufig sind es Gefühle wie Leidensdruck, Verzweiflung und Hilfslosigkeit, die dazu führen, dass sie eine Beratung in Anspruch nehmen. Eltern möchten dann gerne ein Stück Verantwortung abgeben und zur Entlastung Begleitung in Anspruch nehmen. Bei der Organisation kann Pflegeberatung unterstützen.

Als Pflegeberaterin ist es mir ganz wichtig, dass ich das Kind immer mit einbeziehe – unabhängig vom Alter.

Wie binden Sie das Kind in die Pflegeberatung ein?

Als Pflegeberaterin ist es mir ganz wichtig, dass ich das Kind immer mit einbeziehe – unabhängig vom Alter. Bei einem Säugling setze ich mich beispielsweise mit auf die Krabbeldecke. Sobald Kinder Kontakt aufnehmen können, versuche ich immer mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Bei älteren Kindern frage ich direkt, ob sie wissen worum es geht und frage auch die Eltern, ob das vorab besprochen wurde. Das finde ich ganz, ganz wichtig.

Empathie und Sensibilität braucht man in jeder Beratung – egal ob es um Kinder oder um hochaltrige Menschen geht.

Braucht man bei Familien mit pflegebedürftigen Kindern erhöhte Sensibilität und mehr Fingerspitzengefühl?

Empathie und Sensibilität braucht man in jeder Beratung – egal ob es um Kinder oder um hochaltrige Menschen geht. Wenn ich zum ersten Mal in eine Familie komme, biete ich über Fragen einen offenen Dialog an. An den Antworten merke ich dann sehr schnell, wo die Eltern im Bewältigungs- und Organisationsprozess stehen. Manche Menschen sind dankbar für das Dialogangebot und andere möchten einfach eine klassische Hilfsmittelberatung ohne weiter in die Tiefe zu gehen. Was mir in der Pflegeberatung wichtig ist, ist Eltern mit ihren Sorgen, Ängsten und Nöten immer ernst zu nehmen. Ich selbst gehe hier nie in eine Wertung der Situation.

Vielen Dank für das Gespräch.

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