Direkt zur Navigation » Direkt zum Inhalt »
Kostenfreie Servicenummer 0800 - 101 88 00
Suche Menü

Kostenfreie Servicenummer

0800 - 101 88 00

Sie erreichen uns:
• montags bis freitags von 8 – 19 Uhr
• samstags von 10 – 16 Uhr

Außerhalb dieser Zeiten können Sie uns eine Nachricht schreiben.

Zur Terminvereinbarung
com.mit
Pflege Service Portal

Suizidalität und Lebensmüdigkeit im Alter

Suizidalität kommt in allen Altersgruppen vor, besonders gefährdet sind jedoch ältere und pflegebedürftige Personen. Die Relevanz des Themas offenbart sich daher auch im Rahmen der Pflegeberatung.

Eine alte Frau vergräbt ihr Gesicht in ihren Händen.
Alle neun Minuten verliert in Deutschland jemand einen nahestehenden Menschen durch Suizid. (Quelle: Wache & Fiedler (2024): Suizide in Deutschland 2023)

Es gibt Risikofaktoren, die eine Wahrscheinlichkeit für suizidales Verhalten erhöhen. Lebensumstände und persönliche Erfahrungen, z. B. Alter, Krankheit oder Schicksalsschläge, können zu anhaltendem seelischem Druck und infolgedessen auch zu suizidalen Gedanken oder Absichten führen. In Deutschland beendeten nach Angaben des Statistischen Bundesamtes mehr als 10.000 Menschen im Jahr 2023 selbst ihr Leben. Insgesamt sterben damit in Deutschland mehr Menschen durch einen vollendeten Suizid als durch Gewalttaten, Verkehrsunfälle oder den Gebrauch von illegalen Drogen. Die Tendenz der letzten zehn Jahre zeigt eine Steigerungsrate an Selbsttötungen von knapp sieben Prozent. Männer begehen mit 71,5 % dabei sehr viel häufiger Suizid als Frauen. 

Die Zahlen verdeutlichen, dass die gesellschaftliche Bedeutung von Suizidalität nicht unterschätzt werden sollte, zumal davon ausgegangen werden kann, dass auf einen vollendeten Suizidversuch viele unvollendete Versuche kommen. Dennoch wird der Themenkomplex Suizidalität oder auch Freitod in vielen gesellschaftlichen Diskursen nach wie vor tabuisiert und stigmatisiert. Sozialgerontologin Daniela Brüker-van Heek, kann das bestätigen. 

Daniela Brüker-van Heek, KDA, Köln

Die Altersgruppe älterer Menschen weist die höchste Suizidrate auf. Das Durchschnittsalter liegt bei ca. 58 Jahren. Zweidrittel der Suizide werden von Menschen über 50 begangen und im Alter steigt diese Zahl exponentiell an. Daher ist das Thema von hoher gesellschaftlicher Relevanz. Die Risikofaktoren sind dabei sehr unterschiedlich. Das können das Alter, Armut, Arbeits- und Wohnungslosigkeit, familiäre Krisen, Diskriminierung, Pflegebedürftigkeit, Verlusterfahrung, Tod, Missbrauch, Substanzmittelkonsum und verschiedene physische und psychische Krankheitsbilder sein; beispielsweise auch chronische Schmerzen oder Psychosen. Die Fülle der möglichen Faktoren zeigt deutlich die Vulnerabilität dieser Gruppe und dass durch die Kumulation verschiedener Aspekte das Risiko einer Suizidalität im Alter deutlich steigt.

Daniela Brüker-van Heek, wissenschaftliche Mitarbeiterin beim Kuratorium Deutsche Altershilfe, Köln

Der Unterschied zwischen Suizidalität und Lebensmüdigkeit

Bei differenzierter Betrachtung wird zwischen Suizidalität und Lebensmüdigkeit unterschieden. Unter Lebensmüdigkeit wird ein Gefühl der Erschöpfung und Sinnlosigkeit verstanden, welches in der aktuellen Situation den Wunsch verstärkt, nicht mehr leben zu wollen. Die empfundene Ausweglosigkeit kann den Leidensdruck verstärken, muss aber nicht mit einer konkreten Suizidabsicht einhergehen. Sie kann sich aber dahin entwickeln, oft auch durch psychische Erkrankungen bedingt. Wenn alle Gefühle, Gedanken und Handlungen durch aktive Maßnahmen, oder auch durch Unterlassung, auf die Absicht hinauslaufen, das eigene Leben zu beenden, spricht man von suizidalem Verhalten. Dieses Verhalten kann unterschiedliche Ausprägungsformen aufweisen; von ersten flüchtigen Gedanken bis hin zu konkreten Handlungen und schließlich der Vollendung durch den Suizid. 

Suizidales Verhalten oder auch ein geplanter Suizid können unbemerkt bleiben und lassen sich nicht zwangsläufig unterbinden. Es gibt aber häufig Anzeichen und Warnhinweise, die dafür sensibilisierte Menschen, z.B. auch compass-Pflegberater*innen, im direkten Umfeld wahrnehmen können. So sollten beispielsweise konkrete Aussagen über einen beabsichtigten Todeswunsch oder eine Suizidabsicht auf jeden Fall ernst genommen werden. Sozialer Rückzug, Verhaltensveränderungen, z. B. Angst oder Wut, sowie kommunizierte Hoffnungs- oder Sinnlosigkeit können Warnrufe sein. Das kann auch mit konkreten Planungen oder Recherchen und Fragen zum Thema Selbsttötung einhergehen. Auch Selbstkritik und starke Schuldgefühle, das Ordnen persönlicher Angelegenheiten und privater Verhältnisse, sowie eine plötzliche Ruhe oder Gelöstheit nach einer privaten Krise, können auf eine Suizidalität hinweisen. 

Wie sollte mit Warnzeichen oder Signalen umgegangen werden?

Doch nicht jedes Warnsignal oder jedes einzelne Anzeichen muss automatisch auf eine akute Suizidgefahr hinweisen. Möglicherweise fällt es Bezugspersonen von älteren oder kranken Menschen auch schwerer, die Anzeichen zu deuten, weil sich eine gewisse Form der Lebensmüdigkeit über längere Zeit hinweg eingeschlichen hat und nicht mehr als auffällig heraussticht. Ernst nehmen sollte man Warnsignale, auch die vermuteten, trotzdem immer und unbedingt. 

Eine mögliche Form der Krisenintervention kann zum Beispiel in einer notfallpsychiatrischen Behandlung bestehen. Kurztherapien und die Betreuung durch geschultes Fachpersonal können akute Krisensituationen bewältigen helfen. So werden auch gemeinsam Strategien zur Rückfallprävention erarbeitet. Außerdem können Notfallpläne erstellt, konkrete Vereinbarungen getroffen und die Selbsthilfekräfte gestärkt werden, um zukünftige Selbst- und Fremdgefährdung zu verhindern. Auch Psychotherapien und Medikation sind wichtige Bausteine als krisentherapeutische Strategie. Nach der Diagnostik der vorliegenden Suizidalität rücken längerfristige Behandlungsformen und Präventionsangebote in den Vordergrund. 

Suizidprävention und Hilfsangebote

Kommunikation ist in der Regel der Schlüssel im Umgang mit Betroffenen. Dabei geht es immer zuerst darum, Vertrauen und Hilfsbereitschaft zu signalisieren. Ein Gespräch mit suizidalen Personen kann nur gelingen, wenn das Gespräch als Angebot verstanden wird - und nicht als Zwang den Suizid verhindern zu müssen. Eine weitere Möglichkeit der Suizidprävention ist es, den Zugang zu gefährlichen Mitteln einzuschränken. Das sichere Verwahren von Medikamenten, Giftstoffen und Waffen kann das Suizidrisiko deutlich senken, insbesondere bei impulsiven Suizidversuchen.

Wenn sich eine kritische Situation abzeichnet, sollte möglichst offen und transparent kommuniziert werden. Auf jeden Fall sollte die Situation ernst genommen und Menschen wertschätzend, empathisch und vertrauensvoll behandelt werden. Darüber hinaus stehen Rat- und Hilfesuchenden viele Präventionsangebote fachkundig und vertrauensvoll beratend zur Seite.

Daniela Brüker-van Heek, wissenschaftliche Mitarbeiterin beim Kuratorium Deutsche Altershilfe, Köln

Besteht Handlungsdruck sollten sich Betroffene an die Polizei oder den Rettungsdienst wenden. Auch die Unterbringung in einer psychiatrischen Klinik kann ein probates Mittel sein. Ambulante Ärzt*innen und Psychotherapeut*innen können über die Datenbank der Kassenärztlichen Bundesvereinigung bei der Suche nach Therapieplätzen behilflich sein. Der ärztliche Bereitschaftsdienst ist durchgehend über die Rufnummer 116 117 erreichbar. Außerdem steht die TelefonSeelsorge rund um die Uhr kostenfrei per Telefon, Chat oder E-Mail zur Verfügung. Die Deutsche Gesellschaft für Suizidprävention e.V. informiert im Netz über Hilfsangebote und zentrale Anlaufstellen. Darüber hinaus bieten zahlreiche Angebote und diverse Selbsthilfegruppen ihre Hilfe an.

Falls Fragen zum Thema Suizidalität und Lebensmüdigkeit im Alter im Rahmen einer Pflegeberatung auftreten, können sich Rat- und Hilfesuchende auch vertrauensvoll an unsere qualifizierten Pflegeberater*innen wenden. Die geschulten Pflegeexpert*innen sind für das Thema sensibilisiert und verfügen über das notwendige Fachwissen, um Betroffenen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Sie können auch bei der Suche nach entsprechenden Fachstellen oder Selbsthilfegruppen sowie bei der Auswahl von Angeboten unterstützen. 

Hilfe bei Suizid-Gedanken

Wenn es Ihnen nicht gut geht oder Sie daran denken, sich das Leben zu nehmen, versuchen Sie, mit anderen Menschen darüber zu sprechen. Das können Freund*innen oder Verwandte sein, es gibt aber auch viele Hilfsangebote.  Wir haben hier wichtige Angebote und Anlaufstellen für Sie zusammengestellt:

Pflege Service Portal

Sie möchten sich zum Thema Pflege informieren? In unserem Pflege Service Portal pflegeberatung.de finden Sie hilfreiche Beiträge und Infomaterialien.

Zum Pflege Service Portal

Ihr Kontakt

Sprechen Sie uns gerne an

info(at)compass-pflegeberatung.de

0800 - 101 88 00

Sie erreichen uns:

• montags bis freitags von 8 – 19 Uhr
• samstags von 10 – 16 Uhr

Außerhalb dieser Zeiten können Sie uns eine Nachricht schreiben.

Zur Terminvereinbarung

Hier gelangen Sie zu unserem digitalen compass-Servicebereich com.mit, den unsere Klient*innen nach einer Registrierung nutzen können.

Sie möchten sich zum Thema Pflege informieren?
In unserem Pflege Service Portal finden Sie hilfreiche Beiträge, Formulare und Infomaterial.

Wenn Sie dort angemeldet sind, können Sie diese Seite auf Facebook teilen.

Seite auf Facebook teilen

Wenn Sie dort angemeldet sind, können Sie diese Seite auf LinkedIn teilen.

Seite auf LinkedIn teilen

Wenn Sie dort angemeldet sind, können Sie diese Seite auf WhatsApp teilen.

Seite auf WhatsApp teilen