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Von Beginn an dabei: Netzwerkstrukturen aufbauen für eine bessere Versorgung in der Pflege

Mandy Böttger und Simone Schumacher sind Pflegeberaterinnen in Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt. Sie geben einen Einblick, wie sich die Netzwerkarbeit in weitläufigen Regionen gestaltet.

In den Bundesländern Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt beraten die compass-Pflegeberaterinnen Mandy Böttger und Simone Schumacher. Sie beschreiben die Regionen als ländlich geprägt, mit Anfahrtswegen zu den Beratungen, die auch mal zwischen einer und eineinhalb Stunden dauern können. Diese Gegebenheit der Region wirkt sich auch auf die Netzwerkarbeit aus, denn die regionalen Akteur*innen der Angebote decken hier oft größere Regionen ab – somit sollte auch hier die Versorgung von Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen sichergestellt werden. 

In Thüringen haben sich hier insbesondere die Pflegestützpunkte als gute Anlaufstellen für Ratsuchende, aber auch in Sachen Vernetzung etabliert. Die Sozialämter haben ebenfalls eine wichtige Funktion in der Vermittlung der richtigen Pflegeberatungsstellen, wie compass sie für die privat Pflegeversicherten ist. 

Das Demenznetzwerk Thüringen ist auch eine wichtige Institution für die lokale Vernetzung. Besonders beeindruckend ist ein Projekt in Jena, das Menschen mit Demenz über Musik erreicht und ihnen Teilhabe sowie positive Gemeinschaftserlebnisse ermöglicht.

Mandy Böttger, Pflegeberaterin nach § 7a SGB XI

In Sachsen-Anhalt gibt es das Angebot der Pflegeberatung vor allem über die Gemeinden, Landkreise und Landratsämter. Auch Pflegekassen bieten Beratung für gesetzlich Pflegeversicherte an. In der Region gibt es ein zentrales Netzwerk, das PflegeNetz Sachsen, das regelmäßig Netzwerktreffen mit den Akteur*innen veranstaltet. Simone Schumacher ergänzt: „Wir versuchen, die Treffen immer an unterschiedlichen Standorten zu machen, denn das Gebiet ist groß. Hierbei geht es oft um den Austausch und welche Angebote es in den Regionen gibt.“ 

Versorgung oft eine Sache der Nachbarschaft

Dass die Strukturen in den genannten Bundesländern anders gewachsen sind als im Westen Deutschlands, zeigt ein Blick in die Geschichte. Während der DDR gab es keine private Pflegeversicherung in den entsprechenden Regionen. „Die Versorgung von pflegebedürftigen Personen läuft, wie damals, heute noch viel über die Familie und Nachbar*innen. Es gibt selbstverständlich auch Hilfs- und Unterstützungsangebote wie beispielsweise Selbsthilfegruppen, aber oftmals gehen Menschen hier zu ihren Nachbar*innen und finden dort Unterstützung“, erklärt Mandy Böttger. Nachbarschaftshilfe ist deshalb immer wieder ein Thema in Beratungen, denn wenn das soziale Netzwerk der Familie wegfällt, wenn es beispielsweise keine Kinder gibt oder diese weiter weg wohnen, greifen hier die Nachbarschaftsstrukturen. Es werde weniger auf professionelle Angebote zurückgegriffen, ist die Beobachtung der Pflegeberaterin. Simone Schumacher ergänzt, dass die Nutzung der Selbsthilfegruppen regional sehr unterschiedliche ausfällt. „Die Teilnahme kann unter Umständen an den Entfernungen scheitern. Wer für ein Treffen lange Fahrzeiten in Kauf nehmen muss, entscheidet sich nicht selten dagegen. Umso wichtiger sind niedrigschwellige Angebote vor Ort sowie die Orientierungshilfe durch Pflegestützpunkte und andere Netzwerkpartner*innen“, erklärt die Pflegeberaterin.

Ein Hauptaugenmerk liegt in der Vernetzung also darin, compass bei den großen Akteur*innen in der Pflegelandschaft, wie Pflegestützpunkten, Gemeinden oder Sozialämtern bekannt zu machen und als Ansprechpartnerin für die privat pflegeversicherten Ratsuchenden und ihre Angehörigen zur Verfügung zu stehen. 

Mandy Böttger und Simone Schumacher stehen an einem Messestand Arm in Arm und lächeln in die Kamera.

Teilnahme an der Pflegemesse steuert zur Bekanntheit von compass bei

Wie wertvoll persönliche Begegnungen für die Netzwerkarbeit sind, zeigte sich auch bei der Teilnahme an einer regionalen Pflegemesse im Ilm-Kreis. Es entstanden Kontakte zu Sanitätshäusern, Pflegeeinrichtungen, überregionalen Anbieter*innen und vielen weiteren Akteur*innen. Zahlreiche Besucher*innen nutzten die Gelegenheit, sich über das Angebot von compass zu informieren. Einige kannten die Pflegeberatung bereits, andere erfuhren zum ersten Mal von der Möglichkeit einer unabhängigen Beratung.

Für die Kolleginnen stand bei der Pflegemesse nicht die Gewinnung neuer Klient*innen im Vordergrund. Vielmehr ging es darum, sichtbar zu sein, aufzuklären und Vertrauen aufzubauen. Denn je bekannter compass bei Pflegestützpunkten, Einrichtungen und anderen Fachkräften ist, desto leichter finden Ratsuchende den Weg zur passenden Unterstützung. 

Am Ende zieht sich ein Gedanke durch: Gute Pflegeberatung lebt von guten Beziehungen.

Mandy Böttger und Simone Schumacher, Pflegeberaterinnen nach § 7a SGB XI

Final resümieren die beiden Pflegeberaterinnen, dass gute Beziehungen der Schlüssel für eine gute Beratung sind. Netzwerke schaffen kurze Wege, erleichtern die Zusammenarbeit und helfen dabei, Menschen schneller und passgenauer zu unterstützen. Wer die Akteur*innen einer Region kennt, kann Hilfen gezielter vermitteln und Versorgungslücken früher erkennen.

Genau deshalb ist Netzwerkarbeit weit mehr als ein zusätzlicher Baustein der Beratung – sie ist ein wesentlicher Schlüssel für eine gute Versorgung vor Ort.

Simone Schumacher, Pflegeberaterin nach § 7a SGB XI

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