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Häusliche Kinderkrankenpflege unterstützt und entlastet Familien

Kinderpflegedienste stehen Eltern zur Seite, die ein schwerkrankes Kind zu Hause versorgen, manchmal über mehrere Jahre. Sie sind spezialisiert auf die Versorgung und Betreuung von akut und chronisch kranken Kindern. Und unterstützen auch den Besuch von Kindergarten und Schule.

„Das stelle ich mir unter Pflege vor: individuell für jemanden da sein zu können, weil ich das pflegebedürftige Kind und die Familie, die Umstände gut kenne“, sagt Susanne Mehnert über ihre Arbeit beim Kinderkrankenpflegedienst „wir für pänz e.V.“ in Köln.

Die Kinderkrankenpflege unterstützt Eltern bei der Versorgung ihres schwerkranken Kindes zu Hause, vom Säugling bis zum Jugendalter. Wird eine Kind nach der Geburt mit einer Diagnose aus der Klinik entlassen, muss die Grunderkrankung auch zu Hause weiter behandelt werden. Dies müssen die Eltern nun erst einmal erlernen. Dazu leiten die Mitarbeiter*innen des Pflegedienstes an. Sie überwachen den Allgemeinzustand des Kindes und unterstützen die Eltern bei der Ernährung, kontrollieren die Atmung, geben Medikamente und führen Therapien und Prophylaxen durch. Schritt für Schritt lernen die Eltern, selbst die Gesundheit des Kindes einzuschätzen und entsprechend zu entscheiden und zu reagieren. Bei einem guten Verlauf kann sich der Pflegedienst nach und nach zurückziehen. Bei chronischen Erkrankungen brauchen die Familien dauerhaft Hilfe. Der Pflegedienst entlastet die Eltern dann oft sechs bis zwölf Stunden am Tag, wenn das Kind nicht unbeaufsichtigt bleiben kann. So können die Eltern ihren Alltag bewältigen. Die Pfleger*innen kennen die Kinder dann sehr gut und die Pflege ist individuell auf das einzelne Kind ausgerichtet.

Meistens gibt es in dieser Situation keine Alternative für die Eltern. Sie kümmern sich um ihr Kind, wie alle Eltern, sind aber auf die professionelle Pflege zusätzlich angewiesen. Die ambulante Kinderkrankenpflege leistet fast immer Behandlungspflege nach dem SGB V: Es werden die behandlungs- und fachpflegerischen Maßnahmen übernommen, die durch die Grunderkrankung notwendig sind.

„Nach einiger Zeit sind die Pfleger*innen vertraute Menschen für die Familien. Die Eltern haben einen hohen Austauschbedarf. Und wir sind neben ihnen die Experten*innen für das Kind“, beschreibt Susanne Mehnert das Verhältnis zu den Familien. Benötigen die Familien darüber hinaus weitere Unterstützung, berät der Kinderkrankenpflegedienst zum Beispiel auch zu psychologischer Begleitung oder Möglichkeiten der Geschwisterbetreuung.

Kinderkrankenpflegedienste ermöglichen auch den Kontakt zu Gleichaltrigen in einem kindgerechten Alltag als medizinische KiTa- und Schulbegleitung. Finanziert wird das über die Krankenkasse oder die Eingliederungshilfe. Susanne Mehnert weiß: „Wenn das Kind in die KiTa oder Schule gehen kann, ist dies auch eine Entlastung für die Eltern. Unsere Zusammenarbeit mit den Erzieher*innen oder Sozialpädagog*innen ermöglicht dem Kind ein Zusammensein mit anderen Kindern und ein kindgerechtes Erleben.“

Über die Leistungen aus der Pflegeversicherung für die Versorgung eines pflegebedürftigen Kindes informiert die compass pflegeberatung.

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